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Überschaubare Raumfolgen geben Sicherheit bei der Orientierung. Bei dieser Hausgemeinschaft trennt die Gestaltung der räumlichen Struktur die Raumnutzungen Garderobe, Küche, Essbereich, Wohnen und Flur ohne Wände eindeutig voneinander. So entstehen trotz Übersichtlichkeit ganz eindeutige Nutzungszuordnungen und abwechslungsreiche Raumeindrücke aus den unterschiedlichen Perspektiven.
Seniorenwohnen Am Langen Bürgel, Kahla


Orientierung durch Überschaubarkeit, Merkpunkte und sensorische Hilfen

Sicher ohne Hindernisse

Ein Bewegungsraum, der durch verschiedene Hindernisse die Mobilität behindert und/oder das Sturzrisiko erhöht, mindert bei Menschen mit Demenz die Lebensqualität und das Wohlbefinden. Pflegende neigen besonders bei ungünstigen Umgebungsbedingungen dazu, eine „Sitzkultur“ aufrechtzuerhalten, die für Bewohner/-innen langfristig mit einem Kompetenzverlust verbunden ist.

Wohnbereiche weisen in der Regel ein komplettes Raumprogramm auf und befinden sich auf einer Geschossebene. In Altbauten können einzelne Treppen mit Rampen überbrückt werden. Für Menschen mit Demenz ergeben sich Barrieren aber nicht nur aus Höhenunterschieden, sondern auch durch farbliche Abgrenzungen im Bodenbelag oder schlecht ausgeleuchtete Raumsituationen mit „schattigen“ Flächen. Ein hindernisfreier Bewegungsraum entsteht durch eine spezifische Abstimmung von Boden-, Wand- und Lichtgestaltung.

Bei der Auswahl des Bodenbelages ist zu beachten, dass keine spiegelnden Flächen entstehen und der Belag rutschfest ist. Wohnlichkeit beim Fußboden wird meist durch Textur und Farbgestaltung erreicht. Eine „Konfetti-Textur“ kann z. B. fehlinterpretiert werden. Bewohner/-innen sind dann bemüht, die „Papierschnipsel“ aufzuheben. Durch solche Gestaltungselemente erhöht sich das Sturzrisiko. Deutliche Hell-Dunkel-Farbunterschiede im Fußboden, um z. B. Territorien zu kennzeichnen, können ebenfalls als Hindernisse wahrgenommen werden. Bewohner/-innen steigen dann über diese optische Barriere und erhöhen dadurch ihr Sturzrisiko.

Die Raumkanten zwischen Fußboden und Wand müssen deutlich erkennbar sein, um die Tiefenwahrnehmung zu unterstützen, die bei Menschen mit einer Alzheimererkrankung beeinträchtigt ist. In diesem Punkt wird auch das Beleuchtungskonzept bedeutsam, das u. a. einen Mix aus indirekter und direkter Beleuchtung erfordert.

An den Übergängen zum Aufzug oder in den Garten ist auf einen schwellenfreien Durchgang zu achten. Eine fürsorgliche Pflege wird dort problematisch, wo eine „Sitzkultur“ gepflegt wird, in deren Rahmen Bewohner/-innen die Aufforderung, sich zu setzen öfter hören, als die, sich zu bewegen.

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