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Bedarfsermittlung

Der Anlass für ein Neu- oder Umbauprojekt für Menschen mit Demenz ist oft ein Mangel an Wohnplätzen, Räumen oder Komfort. Manchmal passen bestehende Gebäude nicht mehr zur Tagesstruktur, zum Betrieb, einer veränderten Philosophie in der stationären Versorgung oder die Bewohnerstruktur verändert sich.

Jetzt ist die Chance für den Bauherrn und Betreiber den Bedarf an Wohnplätzen in einem grösseren Zusammenhang kommunal und regional zu ermitteln und ganz neue Konzepte für die Zukunft seines Angebotes zu entwickeln. Bei Stadtverwaltungen, Bürgermeister- oder Landratsämtern kann man den Bestand und Bedarf an Plätzen und aktuelle Planungen erfragen.

Eine Standortanalyse z. B. zur nahen Infrastruktur, zu Erreichbarkeit und Anbindung durch den öffentlichen Nahverkehr, zu Kinderbetreuung, Schulen und Vereinen oder Ehrenamt ergänzt wichtige Informationen für eine fundierte Projektentwicklung.

Weitere Quellen
Statistisches Bundesamt Wiesbaden - https://www.destatis.de
Bertelsmann – Stiftung - http://www.wegweiser-kommune.de/

Beteiligte Bedarfsermittlung:
Bauherr, Betreiber, Pflegedienstleitung, Kommunale Behörden

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Am Anfang steht das Konzept

Neu- und Umbauten für Menschen mit Demenz brauchen – lange vor dem Beginn der Planungsarbeiten durch den Architekten - klare Konzepte: Hier werden die Ziele und Ideen des Bauherrn zu Pflege, Betreuung, Betrieb, Ausstattung, Bau und Einbindung ins Quartier definiert und ausführlich dargestellt. Ohne Konzept kann kein Planungsteam entwerfen, können keine Kosten ermittelt, keine Betriebsabläufe in die Planung integriert werden.

Aus dem Konzept entsteht auch der Anforderungenkatalog an die räumliche Gestaltung der Innen- und Aussenräume der Anlage. Soll z. B. die Beweglichkeit und Gehfähigkeit der Bewohner so lange wie möglich erhalten werden, so braucht es ausreichend grosse, natürlich belichtete und interessante Bewegungsräume im Innen- und Aussenbereich, die zum Gehen, Flanieren, Treffen und Ausschau halten animieren.

Weitere Quellen:

Beteiligte Konzeptentwicklung:
Bauherr, Betreiber, Pflegedienst- und Hauswirschaftsleitung, Fachberatung Demenz

Was muss gekärt werden:

Zielgruppe
Für wen wird gebaut, wie sehen die räumlichen Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner aus? Die Ansprüche und Lebensstile der Menschen werden sich auch in den kommenden Jahren ändern. Wie kann dieses neue Gebäude auch für die Zukunft anpassungsfähig bleiben?

Wohnkonzept
Wieviele Menschen werden in einem Bereich zusammenleben? Wie wird der Alltag gestaltet? Wie wird die Tagesstruktur aussehen? Wie können individuelle Fähigkeiten erhalten und gefördert werden? Wie wird eine selbständige Lebensführung der Bewohner möglich? Welche Aktivitäten sind möglich? An welchen Orten? Wie werden gemeinsame Tätigkeiten in Haus- und Garten möglich?

Betriebskonzept
Welche Anforderungen entstehen für den Betrieb? Wie werden betriebliche Abläufe gestaltet? Wie sieht die Ver- und Entsorgung aus? Welche Angebote bietet das zukünftige Haus, welche Angebote werden ambulant ergänzt? Welche Angebote gibt es im Quartier? Was kann mitgenutzt werden? Wie wird der Personalbedarf? Wie wird der Personaleinsatz organisiert? Soll die Essenszubereitung zentral, dezentral oder sich ergänzend stattfinden? Wo wird wie die Wäsche gewaschen?

Bauliches Konzept
Welche Raumeigenschaften (wie z.B. Tageslicht, Massstäblichkeit der Raumgrösse/Raumhöhe, Oberflächenmaterialien, ...) sind wichtig? Bau vor Technik – wie kann gute Architektur Technik- und Betriebskosten sparen? Was hat sich in anderen Häusern bewährt und ist zukunftssicher? Welche Räume sind wichtig? Wie hoch ist ihre Nutzungsfrequenz: wie wirtschaftlich sind diese Räume? Sind Mehrfachnutzungen möglich? Welche üblichen Räume braucht es für dieses Konzept nicht(!)um Raum und damit Kosten einzusparen? Wie sehen die optimalen Raumzuodnungen aus? Kennt der Architekt die Anforderungen an räumliche Gestaltungen für Menschen mit Demenz?

Oekonomisches Konzept
Welcher Bedarf an Betreuungsplätzen besteht in der Kommune / dem Landkreis? Für wie viele Bewohner wird geplant? Was wollen / können wir uns leisten? Wer macht wann das Finanzierungskonzept? Ist das geplante Projekt zukunftsfähig? Welche Mindeststandards sollten umgesetzt werden? Wie können diese gewährleistet werden? Wie können grosse Investitionen wie z. B. ein Restaurant durch Angebote an die Nachbarschaft und Kommune wirtschaftlicher werden?

Pflegekonzept
Wichtig ist die Planung von Möglichkeiten für neue Ideen, Selbständigkeit, Kompetenzerhalt, ... (Anforderungen, Vorschriften und Gesetze gehören in die Ausführungsphase und sind keine Konzeptgrundlage.) Wie wird das Personal in die Konzeptentwicklung eingebunden? Wie werden die zukünftigen Bewohner in die Weiterentwicklung des Wohnkonzeptes eingebunden?

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