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Von der Vorplanung zum Entwurf

Für seinen ersten Entwurf für ein Gebäude braucht der Architekt neben dem Grundstück, dessen Eignung in Bezug auf Bebaubarkeit, Umweltverschmutzung wie Lärm oder Geruch, die Anbindung durch den öffentlichen Nahverkehr, Einbindung in die Kommune, die Nachbarschaft, Infrastruktur, Sonnenverlauf und Verschattung und Aussenanlagen überprüft wurde, auch ...

  • das Bauherren-Konzept
  • ein Raumprogramm, entwickelt aus dem Konzept
  • ein Funktionsdiagramm der räumlichen Abhängigkeiten
  • das Grundstück mit seinen städtebaulichen Vorgaben, den Bebauungsplan
  • fachliche Unterstützung durch den Bauherren und sein Team
  • Wissen der Vorgaben aus der Bau-, Sozial- und Pflegegesetzgebung

Diesen ersten Entwurf mit Kostenschätzung wird das Planungsteam mit dem Bauherrn auf die inhaltlichen und wirtschaftlichen Ziele überprüfen und überarbeiten. In weiteren Schritten entsteht iterativ die Struktur des Gebäudes. Schon in diesem Entwurfsstadium werden die Entscheidungen zur Wohnlichkeit, Nutzungsqualität, Betrieb und Betriebskosten der Einrichtung getroffen.

10 wichtige Grundlagen der Nutzungsqualität

Gute Wohnumgebungen sind solche, in denen sich Bewohner, Mitarbeitende und Gäste gleichermassen wohl fühlen. Diese gut gestalteten Gebäude und Wohnungen wirken unterstützend und können Beeinträchtigungen ausgleichen, sie sind Ausdruck der Wertschätzung, die eine Gesellschaft ihren Bewohnern entgegenbringt. Die Anlage all dieser Qualitäten wird schon im Bauherren-Konzept festgelegt und bleibt Grundlage aller Entscheidungen im Planungs-und Bauverlauf.

Die Anordnung der Räume und Flure ist entscheidend für die Wegelängen des Personals und die Aufenthaltsqualitäten der gemeinschaftlich genutzten Räume und Flächen. Selbständig erreichbare Aussenbereiche mit gutem Überblick aus dem Innenbereich steigern Wohn- und Lebensqualität, da sie ohne Hilfe genutzt werden können.

Die Lichtführung des Tageslichts haben ebenso Einfluss auf den Bio- und Tag-Nachtrythmus der Bewohner, wie auch auf die Arbeitsplatzqualität der Mitarbeiter. Fehlendes Tageslicht erfordert den Einbau aufwendiger Lichtsysteme und erzeugt Kosten bei Bau und im späteren Betrieb.

Kleinteilige Strukturen sind im Vergleich zu institutionellen Gebäuden wesentlich wohnlicher, vertrauter und einladender. Sie entsprechen eher dem biografischen Wohnverhalten der Bewohner. Dass einander fremde, aber zufällig zusammen wohnende Menschen gemeinsam Räume nutzen ist nicht vertraut und macht viele Menschen unsicher, wer denn hier "Hausfrau/Hausherr" ist. Hier braucht es planerischen Respekt vor der menschlichen Bedürfnissen nach Schutz und Gemeinschaft, nach Dazugehören und Intimsphäre, nach ausreichend Raum.

Fazit

Gute gemeinschaftliche Wohnumgebungen/Pflegeheime sind solche, in denen sich Bewohner, Pflegende und Gäste gleichermassen wohl fühlen. Dieses Wohlbefinden entsteht aus den funktionalen, sozialen und ästhetischen Qualitäten der baulichen Anlage. Dazu gehört eine maßstäbliche Zonierung in überschaubare Einheiten, klare räumliche Strukturen und Wegeführungen, prägnante Raumatmosphären innerhalb und ausserhalb des Gebäudes, sowie eine sorgfältig ausgewählte Licht-, Material- und Farbgestaltung. Gut gestaltete Gebäude sind ein Ausdruck der Wertschätzung, die eine Gesellschaft ihren Bewohnern und ihren Akteuren entgegenbringt. Die Anlage all dieser Qualitäten wird schon in der Konzeptentwicklung festgelegt und ist Grundlage aller Entscheidungen im Planungs- und Bauverlauf.


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