Rau­me­r­le­ben + Zu­sam­men­le­ben

Drei Faktoren bestimmen Raumnutzung und Raumerleben: Die gebaute Umwelt, die Nutzer:innen des Gebäudes und das Nutzungskonzept für den gemeinsamen Alltag. Diese drei Faktoren entscheiden über Wohn-, Arbeitsplatz- und Alltagsqualität. Raumnutzung und Raumerleben entstehen erst im Zusammenwirken dieser räumlichen und sozialen Faktoren. Deshalb sollten alle für das Alltagsleben relevanten Umgebungsfaktoren bewusst und zielgerichtet gestaltet sein.

Die Gestaltung der Räume: Präsentation und Unterstützung der Wohn-Gemeinschaftskultur

Hier sollte so gebaut und ausgestattet werden, dass mehr als die elementaren menschlichen Bedürfnisse gelebt werden können – auch von Menschen mit Einschränkungen.

Wer befähigt wird,

... in Sicherheit und Geborgenheit mit der erforderlichen Unterstützung ein selbständiges Leben zu führen

… und dabei seine Kompetenzen durch sinnerfülltes Handeln erhalten kann ...

… in aller Ruhe seinen Neigungen nachgehen darf ...

… und genug Distanz und Nähe im Alltag findet, um Beziehungen aufzubauen, der kann

... sein Selbstwertgefühl, seine Identität ...

… und seine Kompetenzen soweit möglich erhalten ...

… und auf den Respekt der Mitbewohner:innen und Begleitenden zählen.

Wenn Bewohner:innen in stationären Einrichtungen oder Wohngemeinschaften den Wunsch äußern „nach Hause“ zu wollen, dann fühlen sie sich an diesem Ort nicht „Zuhause“. Dieser Wunsch kann durch

  • die gebaute Umwelt mit z.B. zu institutionell gestalteter Umgebung, standardisierter Möblierung und fremd anmutender, unverständlicher Ausstattung, oder
  • durch die Nutzer des Gebäudes durch z.B. Verständnis- oder Kontaktschwierigkeiten zu anderen Bewohner:innen oder Verständnisschwierigkeiten mit dem Pflegepersonal oder
  • durch das Nutzungskonzept (die Regeln im Haus) mit z.B. unverständlichen Alltagsregeln, ungewohnten Essenszeiten, zu vielen Bewohner:innen in einem zu kleinen Essraum oder

aus einem Mix der drei Faktoren entstehen. Die gebaute Umwelt kann diesem Wunsch nach einem sicheren und behaglichen Ort – dem Zuhause – entsprechen: durch eine alltagsnahe, privaten Wohnverhältnissen entsprechende, behagliche und einladende Möblierung und eine Ausstattung in übersichtlichen, gut belichteten und maßstäblichen Raumfolgen.


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