Licht + Sehen

Licht + Sehen

Licht­pla­nung bei al­ters­be­ding­ten Sehein­schrän­kun­gen

Be­lich­tung und Be­leuch­tung

Gutes Licht und ein gutes Be­leuch­tungs­kon­zept un­ter­stüt­zen die Wahr­neh­mung nicht nur bei al­ters­be­ding­ten Sehein­schrän­kun­gen und kön­nen so zur Le­bens­qua­li­tät der Be­woh­ne­rin­nen und Be­woh­ner bei­tra­gen. Gutes Licht wirkt in drei Be­rei­chen:

  • Als na­tür­li­ches oder Kunst­licht zur Ver­bes­se­rung der Seh­fä­hig­keit und damit zur Stär­kung von Kom­pe­ten­zen und Si­cher­heits­ge­fühl;
  • Als na­tür­li­ches Licht zur Auf­hel­lung der Stim­mung und Stei­ge­rung des Wohl­be­fin­dens;
  • Und na­tür­lich als Takt­ge­ber für den Tag-Nacht-Rhyth­mus und für den Kno­chen­auf­bau.

Tageslicht in allen Räumen

Nicht nur in den Gemeinschaftsräumen, sondern auch in den Bewohnerzimmern steigert der spür- und sichtbare Sonnenlauf als sinnliches Erlebnis die Wohnqualität und hebt die Stimmung. Es empfiehlt sich deshalb, Bewohnerzimmer eher nach Osten und Westen und Gemeinschaftsräume nach Osten, Süden und oder Westen zu planen. Funktionsräume wie Küchen und Bäder sind natürlich auch mit Sonnenschein schön, vertragen es aber, wenn sie nach Nordosten, Norden und Nordwesten orientiert werden. Gleiches gilt für den Eingangsflur mit seiner Garderobe. Fehlendes Tageslicht erfordert den Einbau künstlicher Beleuchtung.

Grundbeleuchtung

Für gute Wahrnehmung, Orientierung und Sicherheit unterstützt eine durchgängig helle, blendfreie Umgebung mittlerer Schattigkeit die Sehleistung. Je nach Nutzungsbereich braucht es eine Helligkeit von 300–800 Lux auf Augenhöhe.

Ein unterstützendes Lichtkonzept entsteht durch eine Grundbeleuchtung aus blendfreiem Tageslicht, das bei Bedarf mit indirektem Kunstlicht verstärkt und mit direkt beleuchteten Lichtinseln kombiniert wird. Für die jahres- und tageszeitliche Orientierung und für das Wohlbefinden ist in den Aufenthaltsräumen so viel Tageslicht wie möglich anzustreben. Ein guter Grundriss ermöglicht so viel Tageslicht in allen Räumen, dass lediglich im Winter über den ganzen Tag zusätzlich etwas künstliche Beleuchtung benötigt wird.

Indirekte Beleuchtung entsteht durch Licht, das von Decken und Wänden reflektiert wird. Dieses weiche Licht sorgt für eine angenehm gleichmäßige Ausleuchtung des Raumes, wirft kaum Schatten, erzeugt keine Reflexe und blendet nicht. Indirektes Licht lässt sich z. B. mit Wandleuchten oder Deckenflutern erzeugen.

Direktes oder zentriertes Licht wird immer dort eingesetzt, wo man Details erkennen möchte – z. B. auf Arbeitsflächen, an Nähtischen und in Leseecken. Lichtinseln, die z. B. durch Tisch- oder Wandleuchten entstehen, lassen einen Raum wohnlich erscheinen, da sie sich gegen den etwas dunkleren Raum abheben und anziehend wirken. Direkte Raumbeleuchtung über Deckenleuchten sollte vermieden werden, denn so entstehen starke Schatten- und Blendwirkungen.

Blendung vermeiden

Alle Fensterflächen nach Osten, Süden und Westen brauchen einen flexiblen Sonnenschutz, der zu allen Jahreszeiten mit ihren unterschiedlichen Sonnenständen blendfreie und dennoch lichtdurchflutete Wohnräume ermöglicht. Sonnenlicht kann bei tiefem Stand (z.B. im Winter) blenden und im Sommer die Räume unangenehm aufheizen – deshalb ist der Blendschutz gleichzeitig auch als Klimaschutz zu gestalten.

Der Verzicht auf große, glänzende Oberflächen bei Möbeln, Wand und Boden hilft blendende und verwirrende Reflexionen zu vermeiden, die am Boden zudem den Eindruck von Wasser bzw. Nässe erwecken können. Große Helligkeitsunterschiede zwischen Räumen und in Übergangszonen blenden durch die verlängerte Adaptionszeit des Auges und verursachen so Unsicherheit und Stress.

Beleuchtung & Belichtung

  • Gutes Licht hilft bei alltäglichen Haushaltstätigkeiten ebenso wie bei der Orientierung im Raum;
  • Ausreichend Tageslicht ist „Nahrungsmittel“ wie auch Taktgeber und kann die zeitliche Orientierung unterstützen;
  • Im Alter ist die Adaptionszeit der Augen länger, deshalb sollten keine großen Helligkeitsunterschiede zwischen den Räumen einer Wohnung bestehen;
  • Auch alte Menschen legen Wert auf ein wohnliches Umfeld: institutionelle, gleichförmige Beleuchtung sollte unbedingt vermieden werden!
  • Blendung führt zu Fehlinterpretationen und Unsicherheit: Verzichten Sie auf große glänzende Oberflächen und vermeiden Sie direkte Blendung durch Sonnenlicht!

Warum einen Lichtplaner beauftragen?

Das Thema Licht ist sehr vielschichtig, weshalb ein gutes Beleuchtungskonzept auf das Fachwissen eines Lichtplaners angewiesen ist. Besonders für den Flur als Bewegungsraum und für die Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereiche muss die Beleuchtung in angemessener Weise an die besonderen Bedürfnisse demenziell veränderter und alter Menschen angepasst werden.


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